Auf den Schwingen des Adlers
Das Aquila-Automotive Racing Team wurde 1986 vom deutschen Ingenieur und Kfz-Techniker Hans Peter Götz in Stuttgart gegründet. Aquila-Automotive - ein sonderbarer Name für ein Racing Team? Nicht, wenn man weiß, dass der Teamgründer neben seinen Motorsportaktivitäten auch begeisterter Hobbyhistoriker war. Besonders interessierte er sich für die Geschichte des Römischen Imperiums.
Teamgründer Hans Peter Götz
Das Wort "Aquila" stammt aus dem Lateinischen und steht für "Adler". Der Adler war das Wappentier der römischen Legionen. Er steht für Mut und Tapferkeit. In jeder Legion gab es einen besonderen Soldaten, den so genannten "Aquilifer". Dieser trug als Feldzeichen der Legion einen silbernen Adler, der auf einer Stange befestigt war, mit sich. In der Schlacht wurde dieser Adler von den Soldaten gehütet wie ihr eigener Augapfel. Seine Anwesenheit gab den Männern in entscheidenden Momenten das nötige Durchhaltevermögen. Deshalb war vor allem die Tapferkeit des "Aquilifer" für den Ausgang der Schlacht von besonderer Bedeutung.
Wohl aufgrund der Tugenden dieses Adlers hat Hans Peter die "Aquila" als Wappentier für seine Mannschaft auserkoren.

  Erste Erfolge in Deutschland

Sieg in einem
Formel ADAC-Rennen 1991
In den folgenden Jahren engagierte sich das Team in verschiedenen deutschen Meisterschaften und setzte Fahrzeuge in der Formel Ford und der Formel Opel-Lotus ein.
1991 stieß Stefan Krinninger als Mechaniker zu Aquila-Automotive. Neben der Formel Ford stieg das Team zwei Jahre später in die Formel Renault-Meisterschaft ein.
1993 belegte die Crew mit Michael Fiedler als Pilot den dritten Gesamtrang in der Formel Ford-Meisterschaft. Zusätzlich zu Hans Peter und Stefan arbeiteten damals zwei weitere Mechaniker ständig für das Team.
1994 errangen Aquila-Automotive und Fiedler den dritten Platz im Endklassement der Formel Renault-Meisterschaft.
  Der erste Gesamtsieg
Ein Formel Renault-Bolide von 1995 in Aktion
Der Deutsche Ralf Druckenmüller wurde 1995 Meister in der Formel Renault 2000-Meisterschaft (2000 cm³-Motor) auf einem von Aquila betreuten Auto, das vom Team Target eingesetzt wurde. Doch nicht nur deutschsprachige Piloten vertrauten auf unser Know-how: Der Australier Steven White wurde im selben Jahr Dritter auf einem Boliden von Aquila-Automotive. Und 1997 erreichte der Ungar Zsolt Baumgartner den Vizemeistertitel in der Formel Renault 1800-Meisterschaft (1800 cm³-Motor).
  Allen Gewalten zum Trotz sich erhalten…
Marc Lieb auf einem Formel Renault

Das Jahr 1997 war aber nicht nur ein Jahr der Erfolge: Teamchef Hans Peter Götz starb völlig überraschend im Alter von 37 Jahren. Buchstäblich über Nacht stand das Aquila-Automotive Racing Team ohne seinen "Aquilifer" da. Die Crew gab aber nicht auf und führte die Meisterschaft im Sinne von Hans Peter zu Ende.
Schließlich erwarb Stefan Krinninger am Ende des Jahres die Namensrechte am Team und führte es als neuer Teamchef weiter.
Im selben Jahr begann Aquila-Automotive auch mit der Vermietung der Rennwagen an Privatpersonen.
Das Engagement in der Formel Renault ging weiter. Doch der Verlust von Hans Peter war nicht so schnell wettzumachen. Die folgenden zwei Jahre waren nicht einfach. Der nach wie vor große Einsatz des gesamten Teams wurde nicht mit den erhofften Rennergebnissen belohnt. Ans Aufgeben dachte aber keiner. Die späteren Erfolge sollten allen Beteiligten Recht geben.

  Es geht wieder bergauf
Norbert Groer 2000 in Mugello
Im Jahr 2000 wird von Renault Sport der neue Bolide in der Formel Renault eingeführt. In diesem Jahr setzte die Mannschaft Fahrzeuge in der italienischen Formel Renault-Meisterschaft ein.
2001 kehrte das Racing Team wieder in die deutsche Formel Renault-Meisterschaft zurück. Daneben gab es laufend Podiumsplätze in der Interserie.
2002 feierten wir mit Dr. Norbert Groer vier Siege in der Interserie.
  Auf zu neuen Ufern
Sascha Plöderl feiert seinen Sieg in Budapest
In der Saison 2002 begann ein neues Kapitel für das Team: Zur Formel Renault kam das Engagement in der Österreichischen Tourenwagen Challenge (ÖTC) hinzu. Im Juni, also mitten in der laufenden ÖTC-Saison, haben wir die Rundum-Betreuung eines neuen Honda Civic Type-R des IPZ-Racing Teams übernommen. Zu diesem Zeitpunkt konnte der Pilot Sascha Plöderl auf seinem Boliden nicht ganz mit der Spitze mithalten. Unser Team konnte am Anfang nur Schadensbegrenzung betreiben. Die Sommerpause gab uns schließlich die nötige Zeit, um das Auto nach unseren Vorstellungen umzubauen. Mit neuen Tuningteilen, neuem KW-Fahrwerk und dem speziell dafür erarbeiteten Setup gewann Sascha schließlich in beeindruckender Manier die beiden folgenden Rennen in Budapest. Das Jahr endete für uns mit dem dritten Platz im Endklassement.
Tourenwagenerfolge gehen weiter
Teamkollegen 2003:
Sascha Plöderl und Dieter Huber
2003 vertrauten nicht weniger als 3 Fahrer auf das erfolgreiche Aquila Racing Team in der ÖTC.

Zu einem Sascha Plöderl, der schon Mitte 2002 zu Aquila wechselte und danach einige Erfolge mit Aquila bei der ÖTC feierte. Dann Dieter Huber der in der Gruppe ÖTC Light an den Start ging und als dritter im Bunde folgte Heinz Janits. Alle drei Piloten auf Honda Civic Type R.

Am Ende der Saison konnten wir uns über einen überlegenen Gesamtsieg von Dieter in der ÖTC Light freuen. Nach einem letzten spektakulären Rennen am A1 Ring erkämpfte sich auch Heinz Janits in seiner ersten Tourenwagensaison einen dritten Gesamtplatz. Sascha Plöderl der das ganze Jahr kontinuierlich sehr gute Leistungen und Stockerlplätze einfuhr konnte nach einer spannenden Saison 2003 den 2. Gesamtplatz in der ÖTC erringen.

Somit war das Jahr 2003 sicher eines unser erfolgreichsten in der Geschichte vom Aquila Racing Team.